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| Die Erfolgsgeheimnisse des Kurzfrist-Tradings
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Ideen eines nachhaltig erfolgreichen Traders
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Die Erfolgsgeheimnisse des Kurzfrist-Tradings (Gebundene Ausgabe) Spätestens nachdem Larry Williams 1987 in einem öffentlichen Trading-Wettbewerb aus 10.000 Dollar in zehn Monaten eine Million gemacht hatte, war er eine Berühmtheit. Bereits über ein Jahrzehnt zuvor erschien sein Buch "How I Made One Million Dollars Last Year ... Trading Commodities", in dem er nach eigenem Bekunden genau darlegt, was im Titel dieses Werkes steht. Wer dieses Buch gelesen hat, der weiß danach ziemlich genau, was er von Börsenbüchern zu erwarten hat, nämlich (1) sie werden nie ihrem scheinbaren Anspruch gerecht und legen (bis auf sehr seltene Ausnahmen) nie das tatsächliche Trading des Autors offen, (2) sie dienen vorrangig der Vermarktung eines Erfolges des Autors, wenn er denn einen aufzuweisen hat und/oder streicheln sein Ego, (3) sie verraten im besten Fall einige Tricks oder Methoden des Autors, nie aber die Komplexität seiner Trading-Entscheidungen, denn das ist einfach unmöglich. Wenn man also selbst keine eigene Trading-Methodik entwickelt hat, nützen einem die angeblichen "Geheimnisse" aus Tradingbüchern wenig, weil sie immer nur Stückwerk sind.
Das "neue" (1999 im Original erschienene) Buch von Larry Williams gehört zu den sehr guten Börsenbüchern, auch wenn es die obigen Punkte wie selbstverständlich erfüllt. Selbst wenn Schnelleser das Gegenteil behaupten: Hier werden reihenweise (für 1999) neue Ansätze vorgestellt. Allerdings werden sie nicht bis in alle Einzelheiten durchdiskutiert (siehe oben). Das macht aber nichts, denn schließlich hat uns der liebe Gott auch die Möglichkeit eingeräumt selber zu denken.
Im ersten Kapitel erklärt uns Larry, wie sich Märkte in Schwüngen bewegen und dass es beim Short-Term-Trading darum geht, diese Schwünge zu erkennen und zu nutzen. Mit Zyklen befasst sich das folgende Kapitel. Dabei wird dem Leser durch statistische Untersuchungen an Beispielen verdeutlicht, dass Zeitzyklen von geringer Bedeutung für den kurzfristigen Börsenhandel sind. Wir suchen ja nicht irgendeine Bewegung, sondern eine möglichst heftige. Deshalb ist es viel einleuchtender nach zyklischen Bewegungen der Volatilität von Märkten zu suchen. Bereits in diesen einführenden Erläuterungen merkt man, dass hier ein erfahrener Händler spricht, der sein Manuskript nicht mit den üblichen 0815-Weisheiten zu füllen gedenkt. In Kapitel 3 erklärt uns Mr. Williams das eigentliche Geheimnis des "Kurzfristtradings": Je kleiner unserer Zeitrahmen ist, um so weniger Geld werden wir verdienen. Intraday-Trading sei stressig, aufwendig und teuer, wird uns erklärt. Obwohl das also auch für ihn außer Zweifel steht, hat es den Meister nicht daran gehindert im Jahre 2000 das Buch "day trade futures online" zu veröffentlichen, das in großen Teilen und sogar mit allen Druckfehlern mit dem hier zu besprechenden Werk übereinstimmt (siehe dazu auch Punkt (2) oben). Es überrascht uns nun auch nicht mehr, dass Larry einmal kurz davor stand in die Politik zu wechseln. Nur die Wähler haben dies verhindert. Larrys bevorzugter Trading-Zeitrahmen sind Swings von zwei bis fünf Tagen. Das dritte Kapitel hat es in sich, auch wenn es nur kurz ist. Wir lernen, dass wir auf Tage mit einer großen Range warten sollten und dann nicht den Fehler machen dürfen, zu früh aus dem Markt zu gehen, weil dieser mit großer Wahrscheinlichkeit in der Nähe des Hochs oder Tief schließen wird. Auch diese Aussage wird mit statistischen Untersuchungen unterlegt.
Wie wir solche Tage erahnen können, verrät uns das vierte Kapitel, in dem es um Volatilitätsausbrüche geht. Meines Wissens war Larry einer der ersten, der nach dieser Methodik gehandelt hat. Er stellt uns beispielhaft zwei mechanische Systeme vor, die auf solchen Ausbrüchen beruhen. Im ersten System addieren wir die gestrigen Tagesrange zur heutigen Eröffnung und ziehen sie von ihr ab. Dadurch erhalten wir die Einstiegspunkte für eine Long- bzw. Short-Position. Als Stop Loss wählen wir einen Betrag, den wir höchstens mit dieser Position verlieren wollen, oder ziehen die halbe Range von gestern vom Einstiegspunkt ab. Dieses simple System verdient in der Simulation bereits Geld. Durch verschiedene ebenfalls primitive Zusatzforderungen lässt sich dies dann noch weiter verbessern. Das zweite System wird nur kurz gestreift und benutzt statt der Range von gestern einen Mittelwert. Obwohl Volatilitätsausbrüche Larrys Spezialität sind, erfahren wir hier darüber nur etwas, was ganz am Anfang des Weges steht. Wer würde denn noch seine teuren Seminargebühren zahlen, wenn er es mit diesem Buch viel billiger haben könnte? Wir müssen also schon eigene Untersuchungen anstellen. Hat man das Prinzip aber einmal verstanden, ist das Buch bereits damit seinen Preis wert. Als ich das Buch vor sieben Jahren zum ersten Mal im Original las, hat es mich dazu angeregt, Volatilitätsausbrüche an Stellen zu handeln, an denen man aufgrund anderer Techniken eine Marktwende vermuten kann. Der Ausbruch schafft dann Gewissheit.
Das nächste Kapitel soll uns eine Theorie des Kurzfristtradings vermitteln. Ich habe eine solche dort nicht gefunden, dafür aber eine Reihe allgemeiner Bemerkungen. Auch das 6. Kapitel bringt für Trader nicht viel Neues. Hier befasst sich Mr. Williams mit den Ansichten von Akademikern. Letztlich ist es bedeutungslos wie diese Leute, die die Märkte weder kennen noch verstehen, denn dann wären sie keine Akademiker mehr, ihre Modelle erklären. Einige dieser Theoretiker wissen, dass sie Vereinfachungen brauchen, um überhaupt etwas ausrechnen zu können. Ohne einen solchen Zugang hätte es zum Beispiel das Black-Scholes-Modell für den fairen Optionspreis nicht gegeben. Leute dagegen, die glauben ihre theoretische Parallelwelt sei die Realität, kann man getrost ignorieren.
Auf das 7. Kapitel werden sich viele Leser besonders stürzen. Dort werden bestimmte Chartmuster vorgestellt, die der Autor für sein Trading angeblich nutzt. Wie immer verbindet er sie mit mechanischen Handelssystemen. Wie schon in den vorangehenden Kapiteln diskutiert er auch hier, an welchen Tagen der Handelswoche man dieses oder jenes System am besten handelt. Solche Untersuchungen sind neu. Wer ein Fan von mechanischen Handelssystemen ist, der wird mit diesem Buch hervorragend bedient. Die Tücken und auch die technischen und finanziellen Voraussetzungen bei dieser Art des Handelns bleiben allerdings unerwähnt. Und davon gibt es mehr als ein unerfahrener Leser glaubt. Wer beispielsweise die hier fast ausschließlich mit Futures getesteten Systeme mangels finanzieller Masse auf Aktien anwendet, sollte sich die Ein- und Ausstiegsszenarien genau ansehen. Man muss die Kurse nämlich auch kriegen, die hier theoretisch gefordert sind. Kann man das nicht garantieren (und das ist die Regel), dann bricht die Performance der meisten Systeme in der Realität zusammen.
In den folgenden beiden Kapiteln werden weitere mechanische Handelssysteme mit einer hohen Trefferquote vorgestellt. Das 10. Kapitel befasst sich mit speziellen Handelssituationen wie zum Beispiel dem Monatsende. Wann wir aus einer Position aussteigen sollten, erklärt uns der Meister im eine Seite umfassenden 11.Kapitel. Allgemeine Gedanken über das Trading liefert das nächste Kapitel. Danach folgen in Kapitel 13 sehr interessante Ausführungen über das Money-Management. Das lange 14. Kapitel besteht aus Auszügen aus dem Newsletter Commodity Timing", den der Autor herausgibt. Auch dort findet man viel Lesenswertes über das Trading. Auch die beiden letzten Kapitel sind mehr oder weniger allgemeinen Ideen gewidmet, über die es sich lohnt selbst einmal nachzudenken.
Fazit: Ein etwas anderes Börsenbuch, das nicht für den Anfänger geschrieben wurde. Ich habe das Original über die Jahre bereits mehrmals gelesen, und jedes Mal habe ich den einen oder anderen Aspekt anders oder vielleicht überhaupt erst verstanden. Obwohl es hier immer um mechanisches Trading geht, kann auch jeder, der diese Art des Handelns nicht mag, etwas aus diesem Buch lernen. Unter Beachtung meiner anfangs formulierten Einschränkungen und im Vergleich zu anderen Börsenbüchern sind fünf Sterne wohl berechtigt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. März 2007 | | | | | | | |
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